Fachbereich Frauenarbeit im Bischöflichen Generalvikariat Aachen
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Geschlechtersensible Pastoral

„Theologisch durchdenken und begründen“

„Für das Wirken der Kirche in der heutigen Gesellschaft ist eine geschlechtersensible Pastoral von hoher Bedeutung.“

Dieser Satz aus der Erklärung der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 21. Februar 2013 zum Zusammenwirken von Frauen und Männern in der Kirche war Leitwort für das Symposion „Geschlechtersensibel: Theologische Perspektiven im pastoralen Handeln“, das gestern in Oberzell bei Würzburg zu Ende ging.
„Dass die Kirche in ihrem Handeln notwendigerweise geschlechtersensibel zu sein hat, muss zuallererst theologisch durchdacht und begründet werden. Wir fragen danach, inwiefern Schrift und Tradition Geschlechtersensibiltät als kirchliches Handlungsprinzip stützen und vorantreiben. Und was trägt die theologische Anthropologie und Ethik dazu bei, die gemeinte Sache theologisch präziser zu erfassen? Wie sieht eine geschlechtersensible Sakramentenpastoral konkret aus?“, fragte Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), stellvertretender Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, zur Eröffnung. Die Leiterin der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Prof. Dr. Hildegund Keul, betonte: „Die aktuelle Auseinandersetzung um Genderfragen ist ein Zeichen unserer Zeit. Dass die Geschlechterrollen und das Verhältnis der Geschlechter zueinander im Umbruch sind, führt unausweichlich zu neuen Fragen und Konflikten. In diesen Debatten gilt es die Theologie so zu positionieren, dass sie zu gesellschaftlich relevanten Fragen etwas Weiterführendes beitragen kann. Als Zeichen der Zeit sind die Genderfragen für Theologie und Kirche relevant.“
Sechs Fachreferentinnen und -referenten aus der Systematischen und Praktischen Theologie legten die Diskussionsgrundlagen, die in anschließenden Werkstattgesprächen vertieft wurden. In drei dialogischen Durchgängen standen die Anthropologie (mit Prof. Dr. Stephanie Klein und Dr. Hans Prömper), die Ekklesiologie (mit Prof. Dr. Gregor Hoff und PD Dr. Ute Leimgruber) und die Sakramententheologie (Prof. Dr. Hildegund Keul und Prof. Dr. Christian Bauer) im Mittelpunkt.

PD Dr. Ute Leimgruber zitierte in ihrem Vortrag die Indische Bischofskonferenz. „Die Ebenbildlichkeit Gottes bezieht sich auf alle Menschen, jenseits kultureller Codierungen: ‚Alle Menschen sind frei, zu wachsen‘. Dafür muss die Kirche in ihrem Handeln Sorge tragen. Geschlechtersensibilität und Geschlechtergerechtigkeit müssen zu einem ‚roten Faden‘, zu einem Querschnittsthema kirchlichen Handelns werden.“ Prof. Hildegund Keul erinnerte daran, dass gerade in den Sakramenten, in deren Mittelpunkt der Gekreuzigte stehe, „jener andere Umgang mit der Verwundbarkeit der Geschlechter erfahren und eingeübt werden kann, für den die Kirche steht (2 Kor 12, 9) und den die Gesellschaft dringend braucht.“
Zum Abschluss des Symposions stellte Weihbischof Ludger Schepers (Essen), Mitglied der Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft der Deutschen Bischofskonferenz, heraus: „Das Symposion war ein wichtiger Schritt auf dem Weg einer Kirche, die sich vornimmt, auf allen Ebenen geschlechtersensibel zu handeln: in Pastoral und Personalführung, in Liturgie und Sakramentenpastoral, in den Gemeinden und bei der Bischofskonferenz. Eine aktive, in Sprechen und Handeln ablesbare Wertschätzung der Geschlechter ist hierfür unabdingbar. Das Symposion nutzte die Chance, zu einer theologisch fundierten Positionierung der katholischen Kirche in den aktuellen Auseinandersetzungen beizutragen.“
Während des Symposions wurde der neue Flyer „Geschlechtersensibel – Gender katholisch gelesen“ erstmals präsentiert. Die Arbeitsstellen für Frauenseelsorge und Männerseelsorge möchten mit diesem Angebot zur Versachlichung der Genderdebatte beitragen. Sie erläutern die Unterscheidung von „Sex“ und „Gender“ und wie diese sich aufeinander beziehen; sie erklären die Bedeutung von „Gender-Mainstreaming“ und skizzieren das christliche Menschenbild sowie die Vielfalt christlicher Männer- und Frauenbilder.
Das Symposium, an dem rund 80 Frauen und Männer teilnahmen, wurde von den Arbeitsstellen für Frauenseelsorge und für Männerseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz im Auftrag der Pastoralkommission durchgeführt.

Weitere Infos unter www.dbk.de sowie unter www.frauenseelsorge.de


Von Deutsche Bischofskonferenz

Veröffentlicht am 22.10.2015

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